Bild 26: David Krepfle
Und ein weiterer Abgesang auf die Berliner Galerieszene...
Wenn ihr den Untertitel gelesen habt, könnt ihr euch wahrscheinlich vorstellen, welchen Ausgang diese Gesichte nehmen wird.
Doch lasst mich am Anfang beginne, wie es sich gehört.
Die Geschichte beginnt im Jahre 2010. Berlin war zwar schon deutlich sichtbar “gentrifiziert” (vor allem in Mitte und in Teilen von Pankow und Friedrichshain-Kreuzberg) und die Straßen rund um das berühmte, aber noch sich im ursprünglichen Zustand befindliche “Tacheles” an der Ecke Oranienburger Straße / Friedrichstraße gehörten schon damals zu den teureren der ehemals östlichen Hälfte der Stadt (klar, der Ku´damm mit seinen Nebenstraßen war, ist und wird immer teurer sein!). Dennoch bargen vor allem die Hinterhöfe rund um die Auguststraße immer wieder tolle Überraschungen. Hier arbeiteten noch viele Künstler in Ateliers (sofern man diese “Löcher” so nennen darf und es gab viele Produzentengalerien, d.h. die Künstler verkauften hier selber ihre Werke.
Und genau in einer dieser Produzentengalerien fand ich dieses Werk “innertub head” des amerikanischen Künstlers David Krepfle.
Für meinen Sohn war das ein Punkt mit Stachelhaaren, und ich war mit dieser kurzen Beschreibung mehr als zufrieden. Leider haben die verwendeten Fahrrad-Gummischläuche im Lauf der Zeit ihre Weichmacher "eingebüsst”, so dass das gesamte Werk heute eher “brüchig” daherkommt. Quasi ein Abgesang auf die wilde Zeit mit allen ihren Punks in Berlin, die wir auch noch erleben durften. Und die wir wahrlich in allen Zügen genossen haben….
Nun, natürlich kam es, wie es zu erwarten war. Die Gebäude in der Auguststraße wurden im Laufe der nächsten Jahre alle teuer saniert und die günstigen Ateliers verschwanden alle, da sie sich die hohen Mieten nicht leisten konnten. Natürlich betraf dies auch diese kleine Produzentengalerie, die ich ein paar Monate später noch einmal besuchen wollte. Doch da begrüßten mich keine Kunstwerke mehr, sondern nur ein Bauzaun mit der Mitteilung, dass hier im Laufe der nächsten Monate Eigentumswohnungen mit Penthouse-Charakter entstehen würden.
“Schade” dachte ich und ertappte mich, dass in mir meine Punk-Vergangenheit wieder erwachte. Hausbesetzungen war damals gang und gäbe und tief in mir brodelte es. Doch die Zeit kann man nicht aufhalten, das habe ich lernen müssen. Trotzdem schade!



Sehr speziell...